Gemeinde Wankendorf, 4. Änderung B-Plan 12

4. Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes Nr. 12 "Auf dem Bös"
für das Gebiet westlich der Bebauung 'Auf dem Bös 7 - 21', südlich der Bebauung 'Auf dem Bös 21' und 'Bösterredder 38 und 40', östlich der Kleingartenanlage sowie nördlich der Grenze zur Gemeinde Ruhwinkel
Bekanntmachung der Öffentlichen Auslegung des Entwurfs der 4. Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes Nr. 12 nach § 3 Abs. 2 BauGB
Der von der Gemeindevertretung der Gemeinde Wankendorf in der Sitzung am 11. Mai 2020 gebilligte und zur Auslegung bestimmte Entwurf der 4. Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes Nr. 12 für das Gebiet westlich der Bebauung 'Auf dem Bös 7 - 21', südlich der Bebauung 'Bösterredder 38 und 40', östlich der Kleingartenanlage sowie nördlich der Grenze zur Gemeinde Ruhwinkel und der Entwurf der Begründung liegen im Zeitraum
vom 8. Juni bis 10. Juli 2020
in der Amtsverwaltung Bokhorst-Wankendorf, Kampstraße 1, 24601 Wankendorf, öffentlich aus. Es wird um Beachtung gebeten, dass aufgrund des Ausbreitungsgeschehens des Coronavirus SARS-CoV-2 für eine Einsichtnahme eine vorherige Terminabsprache (mindestens einen Tag vor dem Termin) mit Herrn Teegen unter Tel. 04326 / 9979-34 oder per E-Mail an marc.teegen@amt-bokhorst-wankendorf erforderlich ist. Darüber hinaus ist bei Betreten des Amtsgebäudes das Tragen eines Mund-/Nasenschutzes erforderlich.
Folgende umweltrelevante Informationen sind zur Einsichtnahme verfügbar und liegen ebenfalls mit aus:- Landschaftsplan der Gemeinde Wankendorf (1997),
- Umweltbericht als Teil der Begründung,
- Baugrunduntersuchung der Gesellschaft für Baugrunduntersuchungen und Umweltschutz mbH vom 13. Dezember 2019,
- im Rahmen des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens eingegangene umweltrelevante Stellungnahmen des Kreises Plön vom 29. August 2019, des Archäologischen Landesamtes vom 1. Juli und 28. November 2019 und der Schleswig-Holstein Netz AG vom 31. Juli 2019.
Landschaftsplan (1997)
Hinsichtlich der umweltrelevanten Gesichtspunkte wurden für das gesamte Gemeindegebiet im Landschaftsplan Bestands- und Entwicklungskarten gefertigt, der naturschutzfachliche Zustand analysiert und Empfehlungen für die künftige Entwicklung erarbeitet.
Umweltbericht
Der Umweltbericht enthält eine Bestandsaufnahme und eine Bewertung des Umweltzustandes sowie eine Abschätzung der auf die Planungsinhalte bezogenen Auswirkungen zu den nachfolgenden Schutzgütern:- Boden: Die Ausweisung eines Gewerbegebietes (GE) führt zu umfangreichen Flächenversiegelungen für die Anlage der Gebäude und der befestigten Hof-, Stellplatz- und Rangierflächen. Die Flächenversiegelungen stellen naturschutzrechtliche Eingriffe dar und müssen ausgeglichen werden.
- Mensch: Keine signifikanten Beeinträchtigungen. Auf Immissionen aus der Landwirtschaft wird hingewiesen.
- Wasser: Aufgrund der anstehenden Baugrundschichtung ist eine Versickerung von Niederschlagswasser über Schachtversickerungen möglich.
- Klima/Luft: Keine Auswirkungen.
- Landschaftsbild: Da das Plangebiet bereits an allen Seiten durch Knicks und Wald eingegrünt ist, wird eine zusätzliche Eingrünung nicht erforderlich.
- Pflanzen und Tiere: Keine negativen Auswirkungen durch den Wegfall einer Ackerfläche, die vorwiegend als Nahrungshabitat genutzt wird. Es ist vorgesehen, den Großteil der Knicks zu erhalten. Lediglich ein kleiner Abschnitt wird vermutlich zukünftig beeinträchtigt. Bei einer Beeinträchtigung wäre ein Ausgleich von 1 : 1, bei einer Beseitigung von 1 : 2 erforderlich.
- Kultur- und sonstige Sachgüter: Teile des Plangebietes befinden sich in einem archäologischen Interessensgebiet. Aus diesem Grund wurde eine archäologische Voruntersuchung, allerdings ohne Nachweis von relevanten archäologischen Befunden, durchgeführt. Im Rahmen von Erdarbeiten ist § 15 Denkmalschutzgesetz beachtlich.
- Fläche: Es erfolgt ein Landschaftsverbrauch, hier einer Ackerfläche, für die Erweiterung des Gewerbegebietes 'Auf dem Bös'.
- Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern: Keine Wechselwirkungen erkennbar, die eine über die einzelnen Schutzgüter hinausgehende Betrachtung erfordern.
Baugrunduntersuchung
Es wurden wechselhafte Baugrundverhältnisse nachgewiesen. Die Mutterbodenüber-deckung, humosen Sande und Schluffe sowie Auffüllungen sind vollständig im Bereich der Bauflächen auszukoffern und gegen verdichtungsfähigen Kiessand zu ersetzen. Die unterlagernden gewachsenen Sande und Geschiebelehm/-mergel sind grundsätzlich als ausreichend tragfähig zu bezeichnen. Die unter den Mergel- und Lehmschichten liegenden Sande weisen eine gute Versickerungsfähigkeit auf. Bei der anstehenden Baugrundschichtung und den Grundwasserverhältnissen ist eine Versickerung von Niederschlagswasser gem. DWA-A 138 in den ungesättigten Sanden der Schicht 6 technisch über Schachtversickerungen möglich ist. Unter Berücksichtigung des Korrekturfaktors von 0,2 gem. DWA-A 138 sollte der Durchlässigkeitsbeiwert kf = 5 x 10 ̄ 5 [m/s] berücksichtigt werden. Außerdem ist zu beachten, dass die Unterkante der Versickerungsanlage mindestens 1 m über dem mittleren höchsten Wasserstand liegt. Kiesige Sande sind ab ca. 3 m unter Gelände anzutreffen.
Umweltrelevante Stellungnahmen
Kreis Plön:
Die untere Wasserbehörde und die untere Bodenschutzbehörde haben gegenüber der Planung zu den Themen Niederschlags- und Schmutzwasser sowie Altlasten keine Bedenken geäußert. Die untere Naturschutzbehörde gab Anregungen zum Knick im Norden des Plangebietes und zum Waldabstand im Süden des Plangebietes, um für beide einen besseren Schutz zu gewährleisten. Die Anregungen wurden in die Planung übernommen.
Archäologisches Landesamt:
Das Plangebiet befindet sich in einem archäologischen Interessengebiet. Es handelt sich bei der überplanten Fläche daher gem. § 12 (2) 6 DSchG um Stellen, von denen bekannt ist oder den Umständen nach zu vermuten ist, dass sich dort Kulturdenkmale befinden. Erdarbeiten in diesen Bereichen bedürfen demnach der Genehmigung des Archäologischen Landesamtes. Der vorliegenden Planung wird zugestimmt, da allerdings zureichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass im Verlauf der weiteren Planung in ein Denkmal eingegriffen werden wird, sind gem. § 14 DSchG archäologische Untersuchungen erforderlich. Hingewiesen wird zudem auf § 15 DSchG zum evtl. Auffinden von Kulturdenkmalen. Auf der überplanten Fläche wurden in der Zeit vom 25. bis 27.11.2019 vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein Voruntersuchungen ohne Nachweis von relevanten archäologischen Befunden durchgeführt. Mit Schreiben vom 28. November 2019 gab das Archäologische Landesamt das Plangebiet zur Bebauung frei.
Schleswig-Holstein Netz AG:
Im Westen des Plangebietes verläuft in Nord-Süd-Richtung ein Mittelspannungskabel. Der Versorgungsträger bittet darum, das Anpflanzen von Bäumen im Bereich der Leitungstrasse, mit ihm abzustimmen, um später Schäden an der Versorgungsleitung und damit Versorgungsstörungen zu vermeiden. Das direkte Bepflanzen von Energietrassen sollte grundsätzlich vermieden werden.
Zusätzlich sind der Inhalt dieser Bekanntmachung und die nach § 3 Abs. 2 S. 1 BauGB auszulegenden Unterlagen unter www.amt-bokhorst-wankendorf.de und dort unter der Rubrik „Bauen und Planen“ / „Aktuelle Bauleitplanverfahren“ zugänglich sowie im Digitalen Atlas Nord des Landes Schleswig-Holstein einsehbar.
Während der Auslegungsfrist können alle an der Planung Interessierten die Beteiligungsunterlagen einsehen sowie Stellungnahmen hierzu schriftlich oder zur Niederschrift abgegeben werden. Stellungnahmen können auch per E-Mail an die Adresse marc.teegen@amt-bokhorst-wankendorf.de gesendet werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können bei der Beschlussfassung über die 4. Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes Nr. 12 unberücksichtigt bleiben, wenn die Gemeinde den Inhalt nicht kannte und nicht hätte kennen müssen und deren Inhalt für die Rechtmäßigkeit der Änderung und Ergänzung des Bebauungsplanes nicht von Bedeutung ist.
Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt auf der Grundlage des Art. 6 Abs. 1 Buchstabe e der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Verbindung mit § 3 BauGB und dem Landesdatenschutzgesetz. Sofern Sie Ihre Stellungnahme ohne Absenderangaben abgeben, erhalten Sie keine Mitteilung über das Ergebnis der Prüfung. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Formblatt „Informationspflichten bei der Erhebung von Daten im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem BauGB" (Art. 13 DSGVO), das mit ausliegt.

Wankendorf, den 28. Mai 2020
Az. 622-21-5/12-4/Te
Amt Bokhorst-Wankendorf
Der Amtsvorsteher

B-Plan 12 Wankendorf 4. Änderung Begründung, Gesamtplan, Geltungsbereich, Änderungsliste [3.484 KB]
B-Plan 12 Wankendorf 4. Änderung Baugrunduntersuchungen [922 KB]